Den ganzen Tag Kraftwerk hören, Bratwurst essen, Lederhosen tragen und auf der Autobahn fahren, ja, genau so sind wir Deutsche. Naja zumindest, wenn man den Schweden zuhört.
Zur Geschichte.
Donnerstag haben mein Weib und ich, Anton und Oskar vom Bremer Flughafen abgeholt. Nach einer kurzen(…) Parkplatzsuche und der etwas länngeren Auseinandersetzung mit dem Parkautomaten, haben wir uns auf den Weg zum Gate gemacht. Natürlich zum falschen. Wir warteten im Flughafen und die Schweden nach ihrer Ankunft draußen. Dank moderner Kommunikationmittel war dieses Problem schnell gelöst. Oskar hatte sich gewaltig verändert, dicker Bart und kurze Haare und wen hatte er da eigentlich im Gepäck? Einen Mini Liev Schreiber! Anton hat mich von Anfang an an Liev Schreiber erinnert, nur in der kleineren und sympathischeren Version.
Auf nach Leer.
Glücklicher weise konnte ich Jens dazu überreden, aus Münster zu uns zu stoßen. Da er mit mieser Laune gedroht hatte, falls wir nicht am Bahnhof ständen wenn er ankäme, drückte ich auf der Rückfahrt etwas auf die Tube, hehe. Bremen-Leer in unter 40 Minuten, ja, hat Spaß gemacht
. Dadurch hatten wir so viel Zeit, das ich Mit Anton und Oskar noch zu meinem Lieblingsdönermann gehen konnten und uns mit Döner eindecken konnten. Auf dem Weg zum Bahnhof haben wir Sally noch nach Hause gebracht, da sie verständlicherweise wenig Lust hatte, sich die nacht mit vier Trunkenbolden um die Ohren zu schlagen.
Döner gefressen, Jens abgeholt und ab nach Hause.
Bei mir haben wir es uns erstmal gemütlich gemacht. Bier und Internet scheint eine internationale Feiermethode zu sein. Die Polen machen es, die Schweden tun es und wir machen es ebenso. Was folgt den Kaiogesetzen nach (fast) immer auf Bier+Internet? Genau, Szenerie! Auf zur Kneipe. Muss man sich sorgen machen, wenn das Taxiunternehmen einem bereits beim Nennen des Nachnamens ins Wort fällt uns sagt “wie immer Herr Höcker?”. Ich glaube nicht. Ich denke das das einfach zur freundlichen Kundenbetreuung gehört, das dort eine Mitarbeiterin sitz, die sich alle Kunden und ihre meistgefahrenen Strecken merkt, nur um dann am Telefon dann mit “wie immer?” zu fragen. Vorbildlich.
Szenerie.
Sehr schnell merkte ich, das es einem sympathisch macht, wenn man aus Schweden kommt. Der Taxifahrer war sehr angetan von den Schweden und in der Kneipe sollte es genau so weiter gehen. Sobald jemand mitbekommen hatte, das wir schwedische Gäste im Schlepptau hatten, gabs eine Runde ausgegeben und jeder wollte mal mit uns, naja mit den ‘Sweds’, trinken. Schwedenbonus. From dusk ´til Dawn? Aber sicher doch, wir wurden so zu sagen rausgekehrt, als die Kneipe dicht machte. Was nun? Hunger stillen und nach Hause laufen waren zwei gute Ideen. Glücklicherweise lag ein Pappessen-Restaurante auf dem Heimweg. Doof nur das dieses trotz 24h Öffnungszeiten mal wieder geschlossen war. DaPappe bekanntlich so oder so nicht sehr satt, gemacht hätte, versuchte Anton noch ein Brötchen bei einem Bäcker zu kaufen, der gerade mit frischen Brötchen beliefert wurde, aber noch nicht geöffnet hatte. Anton war fest davon überzeugt, dass er kurz davor stand ein Brötchen kaufen zu können, wir aber hatten eher den Eindruck, dass die Bäckerladenangestellten lieber ihre Ruhe beim Ausladen hatten wollten, als einem betrunkenen Schweden, der irgendwas in gebrochenem Deutsch dahersabbelte, ein Brötchen zu verkaufen.
Schlafen gehen, aufwachen.
Wow, war das ein genialer Abend. Es sollte nicht der Letzte gewesen sein (Zitat Horatio Caine).
Teil zwei wird folgen.
Was für ein cooles Wochenende.
Um etwas Geld zu sparen und der Faulheit entgegen zu wirken, beschlossen wir, nach Hause zu laufen. Es sollte sich zeigen, dass das eine gute Entscheidung war. So konnten wir nicht nur die frische Luft genießen sondern auch noch eine Gute Tat vollbringen. Als wir in Höhe des Altersheims waren, hörte ich ein jämmerliches Stöhnen und Keuchen. Ich wusste nicht genau, was mich dazu trieb, aber ich wollte wissen was da los war. Wir fanden einen alten Mann mit gebrochenem Fuß vor der orientierungslos in der Kälte stand und nicht wirklich begreifen konnte, wo er war.