Yeah, endlich wieder ein Konzert im Szenerie!
Was macht man Samstags, wenn alle ausser Lande sind, mit denen man etwas unternehmen könnte? Genau, Bier+Internet. Der Alleinunterhalter, ich, war mies und langweilig, also beschloss ich, mit dem Rad ins Szenerie zu fahren. Ja, mit dem RAD. Dieses mal hat es besser geklappt, als beim letzten Mal. Zwar kam ich durchgeschwitzt aber nicht keuchend und fertig an. Nimm das Informatikerkörper!
Ich war aufgrund Nichterreichens der Maximalgeschwindigkeit etwas spät und hatte schon die befürchtung ein paar Songs verpasst zu haben. Tür auf, Treppe runter und…Überraschung, acht Leute in der Kneipe, Hombre hatte schon aufgebaut aber es war nichts los. Naja nu, Stammplatz eingenommen und Drink bestellt.
Der Platz neben mir schien der Barkeeperstuhl gewesen zu sein, denn etwa im 10 Minutentakt saßen mal Jörg, Suz oder Thomas neben mir. Nette Gesellschaft
. Wir spekulierten zusammen, wann der Gästeansturm eintreten würde. Seltsamerweise kommen die Gäste immer später, wenn bekannt ist, das eine (gute) Band spielt. Vielleicht haben die einfach alle einen scheiss Musikgeschmack. Wie dem auch sei, mein Dicker war nicht da, also beschloss ich, für ihn mit zu trinken.
Nach und nach füllte sich die Kneipe und ich lag mit meiner Prognose für den Gästeansturm gar nicht so falsch. Die Hombres fühlten sich durch die steigende Gästeanzahl motiviert, ihren coolen Auftritt zu starten. Ich hab mir einen Stuhl geschnappt , mich direkt vor die Bühne gehockt und von Song zu Song mehr Spaß gehabt. Die Jungs haben es einfach drauf, von ZZ Top über Lynard Skynard hin zu ..öhm ja, noch mehr coolem Southern Rock, mit ihrer eigenen Note zu covern. Achja Black Stone Cherry waren auch dabei. Apropos Cool, absolut uncool war der Rest des sogenannten Publikums. Festgefressene pseudoböse Metaller, die höchstens mal mit einer Wimper gezuckt hätten, wenn irgendjemand irgendetwas über BlackFuckingBlashyrkSatanSlayingJesus ins Mikro gebrüllt hätte, dann Bauernkindern die wohl auf DJ Ötzi gewartet haben um den Diskofinger, den ich übrigends hasse, zu heben und zu guter Letzt Oi-Skins/Punks(/was ist überhaupt was und wie darf man jemanden nennen ohne gleich auf die Fresse zu bekommen?) und Alternative die auf Pogonummern gewartet habe. Zum Kotzen ” bäh das ist nicht meine Musik, auch wenn sie cool ist, darf ich das nicht zeigen weil ich ja sonst nicht mehr evil oder alternativ bin…” bedauerlich.
Ich hatte auf jedenfall meinen Spaß, bis zur ersten Pause.
Mein Platz an der Bar war besetzt, kein Problem, ich suchte mir einen freie Platz. Leider war der Weg dorthin von einem Mob “Alternativer” versperrt. Als ich höflichst fragte, ob man mich eben durchlassen könnte, trat eine, mit an Sicherheit grenzender Wahrschlichkeit arbeitslose Endzwanigerin mit schätzungsweise 12 Piercings im Gesicht, mit der typischen hageren Kleidung gekleidet, damit man auch ja alle schlecht gestochenen Tattoos sehen kann vor und maulte mich an. “Heute ausnahmsweise mal NICHT” sagte sie ind ging in eine Haltung die ich irgendwie als Kampfhaltung einstufte ein. Weil ich auf so eine Scheisse keinen Bock hatte, wollte ich es mit etwas Witz versuchem um dennoch zum Platz zu kommen. Ich hatte noch gar nichts gesagt, da kam ein Oi-ich hab keine Ahnung was Skin/Punk/Marxist oder was auch immer auf mich zu und fuhr mich an mit “Lange Haare sind für Weiber…blabla”. Alles klar, Idioten die nur gekommen sind um zu stressen, dachte ich mir und ging pissen.
Wen man nicht alles auf dem Klo trifft. Stefan war auf der Durchreise und wir unterhielten uns sicher eine halbe Stunde im Waschbeckenraum, bis mal wieder einer von den Oi-Idioten ankam um Blödsinn ab zu lassen. Pinkel- und Bandpause vorbei und ab ging es wieder in die erste Reihe…als Einziger. Wenigstens hatte sich eine Hand voll Leute gefunden, die es sich selbst erlaubte, zu der guten Musik ” ab zu gehen”.
Glücklicher Weise war den Hombres der miese Teil des Publikum weitesgehend egal und sie zogen ihr Ding einfach durch. Danke dafür und für die dreiüberlangen Zugaben und die coolen Solis gekoppelt mit unterhaltsamen Pausen der einzelnen Bandmitglieder
! Drei Uhr, Zeit zu gehen. Dieses Mal zahlte ich etwas mehr als sonst, aber ich hatte ja auch einen für Pepe mitgetrunken
. Als ich zum meinem Rad ging und es gerade aufschließen wollte, quatschte mich Thorsten, der Fronthombre an. Aus Anquatschen wurde eine halbe Stunde Gespräch über dies das und jenes und eine Einladung noch ‘eben’ mit nach unten zu kommen um noch ‘eben’ einen zu kippen. Was ist besser als einen zu trinken? Genau, Gratis einen trinken. Und was ist besser als gratis? Genau, gratis mit Band! Aus dem ‘mal eben’ wurden fix zwei Stunden. Die Freundin vom Trommler sagte überraschend zu mir, “Dieses Mal warst du aber leise… ich hab gar keinen Rölpser gehört”. Mein Arzt hat mir nahegelegt damit auf zu hören um meine Lebenszeit nicht noch weiter zu verkürzen
. Interessant das man sich immer so an mich erinnert
Viertel vor fünf. Nu aber wirklich nach Hause.
Fazit: Sehr gute Band, wie immer sympathische Barkeeper, bekackt festgefressenes Publikum gepaart mit stresssuchenden Gesindel, dennoch spaßiger Abend. Beim nächsten, bereits zugesagten Autritt, bin ich dabei.