Nach einer gefühlten Ewigkeit fanden Sally und ich uns mal wieder im Kino Leer ein, um uns im Filmclub den zweiten Teil der Stieg Larsson Milleniumreihe an zu sehen, Verdammnis. Als wir am Kino ankamen, stand schon eine beachtliche Reihe an Menschen vor dem Kino. Aufgrund des gehobenen Alters dachte ich mir schon, das all diese Menschen sich Verdammnis ansehen wollten. Das ist ganz einfach daran festzumachen, das im Filmclub kaum Mitglieder gibt die unter 30 oder gar 40 sind. Ich finde das eigentlich gar nicht so schlecht. Man kann sich gute Filme ansehen und sitz in mitten eines “gehobenen” Publikums.
Das macht sich alleine schon daran bemerkbar, dass wenn vor dem Hauptfilm die bekannte Texteinbledung erscheint “Der nachfolgende film ist urheberrechtlich geschützt….keine Bild- und Tonaufnahmen… Freiheiststrafe….Raubkopierer sind Verbrecher….” erscheint , NIEMAND auf die Idee kommt diesen ausgelutschten und vollkommen UNLUSTIGEN Gag zu bringen der da lautet, “Ey mach die Kamera aus” oder aber auch “Ey läuft die Kamera schon?”. Jedes Mal wenn ich das höre, möchte ich aufstehen und dem Menschen der den Clown gefressen hat oder gar mit Peter Lustig geduscht hat eine aufs Maul hauen.
Tatsächlich wollten sich all diese Menschen vor dem Kino Verdammnis ansehen. Das hatte zur Folge, das die Platzwahl im “Filmclub-Saal” relativ schnell zu einem Platzzwang wurde. Glücklicherweise ergatterten wir ncoh eine 4er Reihe für uns, welche nicht allzuweit an der Leinwand lag und wir somit keinen starren Nacken bekommen. Kurz bevor der Film losging geschah das Unglück.
Eine Fette Frau samt weiblicher Begleitung fragte uns, ob die Plätze neben uns besetzt wären. Freundlich, wie wir sind, verneinten wir und liessen die beiden neben uns platznehmen. Ich glaube die fette Frau gehört zu diesen alten Gothics die nie ganz erwachsen werden und immernoch ein Teilchen “Böse” mit sich rumtragen. WIe dem auch sei, sie STANK gewaltig nach Patchoulie und trug schwarze Netzfäustlinge. Also bitte …. Kaum hatte sie ihren Platz eingenommen, konnte ich auch schon meine geliebte Armlehen vergessen. Nicht etwa weil sie ihren Arm darauf parkte, sondern weil sich irgendein ein (dicker) Körperteil von ihr auf die Lehne geschoben und mich langsam aber sicher von dieser verdrängt hatte.
Bravo dachte ich mir nur. Aber damit nicht genug. Als nächstes holte sie unter wirklich nervendem Geraschel ihre Bonbontüte aus ihrer Tasche, mit Binbin die sie anscheinend selber gemacht hatte. Zu dem Patchoulie kam also noch ein ekeliger Minze/Anis-Gestank und eine Raschelgeräuschbelästigung dazu. Hura.
Konnte es noch besser werden? Natürlich. Mittlerweile ist es in Kinosäälen sehr selten geworden, das ein Mobiltelefon klingelt und andere nervt. Was sich aber immernoch nicht durchgesetzt hat, ist, das man die Hintergrundbeleuchtung des Telefons während des Films etwas oder gar ganz runterschraubt, um beispielsweise andere nicht zu nerven, wenn man alle fünf Minuten wissen muss wie spät es ist dammich! Wie dem auch sei, die dicke Frau neben mir wollte mich anscheinend nicht nur durch Geräusche und Gerüche nerven, nein, sie griff auch noch zu ihrem Mobiltelefon, welches offenbar die Hintergundbeleuchtungseinstellung ” Stadionfluter” hatte. Dadurch das ich das hell strahlende Telefon immer wieder im Augenwinkel sah, gucke ich mehr oder minder unbewusst auf die ANzeige. Ich bekam mit, wie sie fast eine viertel Stunde brauchte, um EINE SMS abzuschicken. Mein Gott……
Jetzt sollte man dneken, “was hat kaio getan, das er so gestraft wird” oder “hat das endlich mal ein Ende?”. Auf die erste Frage habe ich keine Antwaort gefunden, auf die zweite Frage leider schon, nämlich “Nein”. Meine Sitznachbarin gehört zu den Menschen die ich im Kino gar nicht leiden kann, nämlich Zischlautmenschen. Wann immer sich ein Mensch auf der Leinwand verletzt oder ihm Schaden zugefügt wird, geben diese menschen einen nach innen gesogenen Zischlaut von sich. Das es in Verdammnis nicht gerade zimperlich zugeht, war diese Frau also ununterbrochen am zwischen. Noch besser war, das sie immer ein “Ohhh neeee” und “Och neiin” von sich gab, wenn sie auch nur die kleinste Menge Blut im Film ausmachte. Hölle nochmal, waruuum?
Leider hörte es damit immernoch nicht auf. Die mir auf den Geist gehende Dame gehörte wahrscheinlich auch noch den Rauchern an. Zumindest atmetete sich die ganze Zeit lautrasselt durch den Mund und hatte diese wunderbar angenehmen trockenen Raucherhusten an sich *schauder*. Vielleicht wäre es angenehmer gewesen, wenn ihre Begleitung neben mir Platz genommen hätte. Diese war zwar in Sachen Zischlaute genau so schlimm, gab aber während des films sonst nur in periodischen abständen ein lautes Grunzgeräusch von sich um den Schleim in ihrer Nase hochzuziehen. WUN-DER-BAR…
Zum Glück war wenisgtens der Film gut, die Nachos lecker und die Slasa-Soße höllisch scharf.